„Erstelle eine eigene passende Schriftart für den Stadtteil Bürgel von Offenbach am Main.“
Bürgel ist mein Heimatstadtteil in Offenbach. Genau so viel und ca. 10 Minuten benötigt es heutzutage noch, um selbst komplett neue Schriftarten entwerfen zu können. Anthropics Claude Fable macht es möglich.
Normalerweise setze ich solche Modelle vor allem bei meiner Arbeit im Zusammenhang mit agentischem Coding ein. Seit zwei Tagen arbeite ich mit dem Modell und bin überwältigt von den Fähigkeiten.
Die Idee hierfür kam mir, als ich über eine Kuriosität deutscher Lokalpolitik gelesen habe. Zwar waren 30.000 Euro für das Design einer Schriftart übrig, nicht aber ungefähr derselbe Betrag für freien Eintritt für Kinder im Schwimmbad.
Man hätte es günstiger haben können. Mindestens seit vorgestern. Ich bin für Gebote offen 😉
Bürgel
Grotesk
Eine geometrische Grotesk mit runden Strichenden für den ältesten Stadtteil Offenbachs – gezeichnet entlang der Mainschleife, gebaut auf Zirkel und Lineal, mit dem Rad von Kurmainz im Gepäck.
Die Mainwelle
Der Schwanz des Q schwingt wie der Fluss um die Bürgeler Mainschleife – einmal untergetaucht, einmal aufgetaucht.
Der Fluss selbst
Auch die Tilde läuft als ruhige Welle. Bürgel liegt am Wasser; die Schrift erinnert sich daran.
Das Mainzer Rad
Über ein halbes Jahrtausend gehörte Bürgel zu Kurmainz. Das sechsspeichige Rad liegt auf dem Währungszeichen (¤, U+00A4).
Erste urkundliche Erwähnung als „Birgelen“ – eine Schenkung an das Kloster Lorsch. Der Name geht wohl auf das keltische „Bergilla“ zurück.
Der Ort wird zerstört und wieder aufgebaut; Bürgel bleibt über Jahrhunderte mainzisch geprägt – daher das Rad im Wappen.
Eingemeindung nach Offenbach am Main. Aus dem Dorf an der Mainschleife wird der älteste Stadtteil der Lederstadt.
Der Hochwasserdamm wird fertig – im Volksmund „Portefeller-Damm“, gebaut von arbeitslosen Feintäschnern der Offenbacher Lederindustrie.
